OS Ostwestfalen

Mathias Michel: Warum das Netz eine Lobby braucht

Bielefeld. “Heutige Netzpolitik ist vor alle Netzverteidigungspolitik – gegen weitreichende regulierende und ĂŒberwachende Eingriffe von Staat und Wirtschaft”, meint Mathias Richel, Vorstandsvorsitzender des Vereins D64. Auf dem OSO 3.0 powered by .comspace steht seine Keynote unter dem Thema “Die Zukunft sind wir, oder: Warum das Netz eine Lobby braucht.” Hier beantwortet er uns bereits die ersten Fragen.

 

Was ist D64 oder auch das “Zentrum fĂŒr digitalen Fortschritt”?

Mathias Richel: D64 ist ein Zusammenschluss von vielen netzpolitisch engagierten Menschen, die sowohl die laufenden netzpolitischen Debatten als auch die digitale Gesellschaft mitgestalten wollen. Zu diesem Zweck werden Kampagnen entwickelt, Publikationen veröffentlicht, Veranstaltungen durchgefĂŒhrt und Diskussionen gefĂŒhrt, um ĂŒber diese breite Öffentlichkeitsarbeit, Einfluss auf Politik und Wirtschaft zu nehmen.

Wie ist der Verein entstanden?

Richel: Viele der GrĂŒndungsmitglieder sind schon vor D64 netzpolitisch engagiert gewesen: Ob als SachverstĂ€ndige in Enquete-Kommissionen, Berufene in GesprĂ€chskreise etc. In uns allen ist das GefĂŒhl gereift, dass diese organisierten Institutionen und die gesteckten Rahmen, in denen sich solche Gremien bewegen, wenig mit dem zu tun haben, was wir unter einer lebendigen Debatte um die digitale Gesellschaft verstehen. Wir haben gedacht, dass wir das besser können. Und das machen wir jetzt auch.

Warum braucht der Nutzer eine “Lobby”?

Richel: Die Frage ist: Warum nicht? Die Internetwirtschaft hat sich in zahlreichen VerbĂ€nden organisiert. Die Politik versteckt sich in ihren Zirkeln und fĂŒr die Nutzer sind die Verbraucherschutzzentralen zustĂ€ndig. So wichtig das alles ist: Es gibt noch eine weitere Ebene zwischen profitorientierter Wirtschaft, regulierungswĂŒtiger Politik und schutzbedĂŒrftigem Konsumenten: Die aufgeklĂ€rten emanzipierten Nutzer. Diese Nutzer haben AnsprĂŒche und Vorstellungen an und ĂŒber die Gestaltung des Netzes und an die Gesellschaft in der wir zukĂŒnftig leben. Diese gilt es zu formulieren und durchzusetzen.

Wie geht ihr mit dem Thema “Lobbyarbeit” um? Immerhin wurde es euch schon mal zum Vorwurf gemacht, dass Pressesprecher von Google und Facebook bei euch aktiv sind. 

Richel: Wir selbst sind eine Lobby. Wir wollen von aussen hinein in die Politik wirken. Wir wollen den Gestaltungsrahmen erweitern. Wir wollen mitreden. Bei uns hat jedes Mitglied nur eine Stimme. Egal ob Mitarbeiter von Google, Facebook oder ich. Mit dieser Stimme kann man sich einbringen, seine Vorstellungen formulieren und auch in seinem Sinne abstimmen. Aber eben auch von anderen ĂŒberstimmt werden. Das gehört zu unserem fundamentalen Prinzip.

Viele Mitglieder sind auch in der SPD aktiv. Ist D64 die Antwort der SPD auf die Piraten-Partei?

Richel: Wir sind eine Antwort auf die fehlgeleitete Netzpolitik der letzten Jahre. Auch die der SPD. Nicht auf die Piraten.

Zwei Mal InterNETwork in OWL

Ostwestfalen-Lippe. Über 200 Besucher konnte das InterNETwork in Ostwestfalen-Lippe bei seinen beiden Veranstaltungen in 2011 begrĂŒĂŸen. Wir blicken auf die ersten beiden Online-Stammtische in Bielefeld zurĂŒck.

InterNETwork in ehemaliger Kirche

Bereits bei der Premiere am 07. April stand der OSO den anderen Events des Online-Stammtisch Deutschland in keinem Punkt nach. Im Bielefelder GLÜCKUNDSELIGKEIT trafen sich ĂŒber 100 Fach- und FĂŒhrungskrĂ€fte aus allen Bereichen der digitalen Wirtschaft. Darunter auch 14 GĂ€ste, die extra aus Köln fĂŒr den OSO 1.0 mit dem Bus angereist sind.

Eröffnet wurder der OSO 1.0 mit einem Impulsvortrag von Michael Steinfort, in dem es am Beispiel des Sponsors comspace um alltĂ€gliche “Problemchen mit Kunden” ging. “Wir sind ein Technikanbieter und keine Kreativagentur”, so Steinfort. Briefings wie “wir möchten einen Online-Shop” seien weder fĂŒr den Anbieter noch fĂŒr den Kunden zielfĂŒhrend. Doch stand nicht nur der Erfahrungsaustausch, sondern vor allem das NETworking im Vordergrund.

Dazu wurde sowohl bei der Premiere als auch beim „2. Online-Stammtisch OWL – OSO 2.0“ mit dem sogenannten „SpeedNETworking“ das passende Angebot geschaffen. Wie beim Speed-Dating kommt man hier in kurzer Zeit mit vielen Teilnehmern in Kontakt und kann nach drei Minuten Entscheiden, ob der gegenĂŒber – hier geschĂ€ftlich – zu einem passt, und tauscht die Visitenkarte aus.

Garantiert kein GlĂŒcksspiel: Der OSO im Casino

Das kam bei beiden Veranstaltungen gut an, genau wie der Impulsvortrag zu Beginn. Beim OSO 2.0 hielten Marc O. Schneider und Timo Woltersdie Keynote. Über ihre revolutionĂ€re Lösung zur Steigerung des Marketing ROI mit umfangreichen Analysen und Marketing Automation, integriert mit einem Web CMS sprachen die beiden Spezialisten von Sitecore.

Rund 100 Professionals der digitalen Branche kamen bei der zweiten Veranstaltung des Online-Stammtisch OWL im Casino Bielefeld zusammen. Damit zeigt sich: Der OSO ist keine Eintagsfliege, sondern lang erwartetes Angebot an die digitale Branche der Region. “Wir sind mehr als zufrieden mit dem Start des OSO und haben bereits sehr viel Feedback von den GĂ€sten bekommen”, berichtet Veranstalter Christian Voss.

Der OSO bereit fĂŒr das Jahr 2012

Aktuell bereitet das Team hinter dem Online-Stammtisch OWL die Events fĂŒr das Jahr 2012 vor. Wir freuen uns demnĂ€chst den Termin zum „OSO 3.0“ bekannt geben zu können und mit diesem erneut eine Top-Location in der Region. Verpasst ĂŒber Facebook keine News zum InterNETwork!

Bereits jetzt möchten wir uns bei Euch und unseren Sponsoren fĂŒr den tollen Start bedanken, die GĂ€ste und Partner machen das NETwork! Um noch besser auf Eure WĂŒnsche einzugehen, freuen wir uns ĂŒber Euer Feedback.

Euer OSO-Team